Definition von Mobbing

Was ist Mobbing?

Der im heutigen Sprachgebrauch bereits tief verankerte Begriff Mobbing geht weit über einfache Konflikte und einzelne Unstimmigkeiten im Berufsleben hinaus. Heinz Leymann – ein schwedischer Arbeitspsychologe und Betriebswirt – definierte den Begriff Mobbing etwa wie folgt: 

Der Begriff Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen. (Leymann, H. (1993), Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann. Reinbek: Rohwohlt.)

Mobbing ist also durch Ausübung von systematischem psychischem Druck am Arbeitsplatz gekennzeichnet, durch den betroffene Personen über einen längeren Zeitraum regelmäßig schikaniert und seelisch verletzt werden. Bei langanhaltender Dauer kann er eine stark traumatisierende Wirkung auf die Opfer haben. Das systematische Betreiben, die regelmäßige Wiederholung und ein zeitlich längeres Andauern der gesetzten Handlungen gegen eine Person sind also Charakteristika, die auf Mobbing hindeuten. Ein wesentliches Kennzeichen von Mobbing ist zudem das erstarkende Machtverhältnis zu Ungunsten der gemobbten Person, die immer mehr in die Isolation getrieben wird. 

Mobbing kann in unterschiedlichsten Erscheinungsformen auftreten. Die am häufigsten gezeigten Mobbinghandlungen wurden von Heinz Leymann in fünf Kategorien zusammengefasst, welche insgesamt 45 Mobbinghandlungen beinhalten (Angriffe auf die Möglichkeit sich mitzuteilen, Angriffe auf soziale Beziehungen, Auswirkungen auf das soziale Ansehen, Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation sowie Angriffe auf die Gesundheit).

So ist die Kategorie „Angriffe auf die Möglichkeit sich mitzuteilen“ speziell dadurch gekennzeichnet, dass der betroffenen Person die Möglichkeit genommen wird, über Probleme und Missstände zu sprechen, Kontakte mit der betroffenen Personen abgebrochen werden und ihr die Möglichkeit genommen wird, etwas zu erklären oder sich zu rechtfertigen, währenddessen die in der Kategorie „Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituationen“ gesetzten Handlungen zum Ziel haben, das berufliche Image des Mobbingopfers zu manipulieren und zu untergraben.

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Link zum Leitfaden für Mobbingprävention des Ministeriums