Allgemeines zur Prävention

Prävention im Rahmen schulischer Entwicklungsbeteiligung

Um einen genaueren Blick auf die Präventionsarbeit werfen zu können, bedarf es zunächst einer Abgrenzung des Präventionsbegriffs. Es lassen sich die Bereiche der primären (oder universellen), sekundären (oder selektiven) sowie tertiären (oder indizierten) Prävention unterscheiden.

Primärprävention:

Ziel:

  • Gewaltlosigkeit als (Erziehungs-)Ziel
  • Förderung und Stabilisierung des Selbstwertgefühls bzw. des Vertrauens in andere Personen
  • Stärkung prosozialer Einstellungen
  • Förderung von Kommunikations- und Interaktionskompetenzen

Beispielhafte, mögliche Handlungsfelder der Schule:

  • Professionalisierung von Lehrpersonen in Bezug auf ihre überfachlichen Kompetenzen
  • Praxis und Vorleben gewaltfreier Austragung von Konflikten
  • Kooperation Schule – Eltern/ Erziehungsberechtigte
  • Gewalt und Aggression im Unterricht behandeln
  • Stärkung des Schulklimas und der Lernkultur
  • Stärkung der Selbstkompetenzen und Sozialkompetenz
  • Klarheit, Transparenz und individuelle Förderung
  • Vereinbarungskultur
  • klare Strukturen und Regeln

Sekundärprävention:

Ziel:

  • Personen mit bestimmten Risikofaktoren sollen gestärkt werden (bspw. durch gezielte Trainings/Maßnahmen)

Beispielhafte, mögliche Handlungsfelder der Schule:

  • Umgang mit Unterrichtsstörungen
  • pädagogische Arbeit mit Gewaltauffälligen/-opfer

Tertiärprävention

Ziel:

  • Mit Personen, die bereits auffällig geworden sind, soll gearbeitet werden.
  • Maßnahmen zur Verhaltensveränderung bis hin zu Resozialisierung werden durchgeführt.

Beispielhafte, mögliche Handlungsfelder der Schule:

  • Einbeziehung externer Expert*innen bzw. Institutionen (Schulpsychologie, Sozialarbeit, Polizei etc.)

Hier zeigt sich, dass Pädagog*innen im Rahmen ihrer Tätigkeit in der primären und bedingt in der sekundären Prävention wirken können. Im Rahmen dieser beiden Bereiche steht die Reduktion des Risikos des Auftretens von Gewalt und Mobbing in Schulen im Vordergrund. Dieses kann mittels vielfältiger personen-, klassen- und systembezogener Faktoren beeinflusst werden. Die tertiäre Prävention wird zumeist in Zusammenhang mit Interventionen durchgeführt und bedarf der Einbeziehung von Expert*innen zur Gestaltung eines professionellen Prozesses.

Aus: Wallner, F. (2020), Mobbingprävention im Lebensraum Schule, 2. Auflage, Wien: Herausgeber NCOC für Psychosoziale Gesundheitsförderung, Pädsgogische Hochschule OÖ. (vormals: ÖZEPS), Seite 47

Materialien zum Thema "Mobbingprävention"