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Schüler*innenerfahrungen zum Distance-Learning

18.06.2020
von Dominik Buchmeier, Edith Kern-Klambauer
ArtikelNews
Distance-Learning

Die Maßnahmen im Zuge der Covid 19-Pandemie haben enorme Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Uns interessiert, wie die Schüler*innen mit den Herausforderungen umgegangen sind, welche Schwierigkeiten sich ergeben haben und auch welche Chancen daraus erwachsen sind.

Im März 2020 mussten sich Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern innerhalb kürzester Zeit auf vollkommen veränderte Gegebenheiten einstellen: Die Schließung der Schulgebäude, die Umstellung auf verschiedene Formen des "Distance-Learning", familiäre Herausforderungen, im Raum stehende Befürchtungen, neue Freiräume und Anforderungen erzeugten eine nie da gewesene Situation.

Jede/r Schüler*in schreibt seine eigene, höchstpersönliche "Coronageschichte", in der sichtbar wird, wie er/sie mit der Situation umgegangen ist. Oftmals zeigt sich, dass bereits zuvor erkennbare Probleme (Motivationsschwierigkeiten, Lernschwächen, emotionale Spannungszustände, mangelndes Zeitmanagement, etc.) noch verstärkt wurden. Teilweise konnten auch neue Ressourcen aktiviert oder ausgebaut werden (Fähigkeiten des selbstständigen Arbeitens, kreative Ideen, Kommunikationsstrategien, etc.). Jedenfalls konnte niemand so weiter gehen wie bisher.

Im folgenden Beitrag berichten AHS-Schüler*innen von ihren Erfahrungen, den damit verbundenen Schwierigkeiten sowie ihren Erfolgen.

Im Rahmen des Unterrichts im Fach Persönlichkeitsbildung entstanden folgende Arbeiten von Schüler*innen der BHS, 1. Klasse, Alter: 15 Jahre. Es wurde ein Fragebogen zum Thema „meine Erfahrungen in der Zeit des Shutdowns“ von den Schüler*innen ausgefüllt, den sie anschließend in den Word-Clouds zusammenfassten oder in Fotocollagen abbildeten:

Collage 1

Collage 2

Collage 3

Collage 4

Collage 5

WordCloud 1

WordCloud 2

WordCloud 3

Die Essenz der gewonnenen Einblicke besteht darin, dass sich die betroffenen Schüler*innen keineswegs einem einheitlichen Schema zuordnen lassen. Es zeigt sich, dass der individuelle Umgang mit der Situation "Corona" von zahlreichen Faktoren abhängt, ebenso die Art, wie die Situation von den Schüler*innen erlebt wird.

Es bedarf großen Einfühlungsvermögens in die betroffene Person, um sie in ihrem Umgang mit den Herausforderungen zu verstehen und in weiterer Folge pädagogisch begleiten zu können. Durch die eigene Befangenheit - denn auch die Lehrer*innen sind direkt betroffen - besteht eine noch größere Gefahr, die eigenen Erfahrungen auf das Gegenüber zu projizieren. Das Bemühen um wechselseitiges Verständnis ist wichtig, um respektvolles und wertschätzendes pädagogisches Arbeiten zu gewährleisten. Dies stärkt die Beziehung und stellt die Basis für die Förderung der psychosozialen Gesundheit an den Schulstandorten in dieser fordernden Zeit dar.